Reduzierung der Lebensmittelverschwendung?

Ganz aktuell wird wieder viel darüber diskutiert, warum anderswo weniger Lebensmittel in der Tonne landen als hier in Deutschland. In Dänemark beispielsweise ist im Anschluss an einige Aufklärungsinitiativen zur Vermeidung von Abfällen das Start-Up Too Good To Go gegründet worden, das eine App zur Rettung von Lebensmitteln entwickelt hat. Mit der App, die übrigens auch in Deutschland funktioniert, kann man überschüssige Speisen z. B. von Bäckereien oder Restaurants günstiger kaufen. Sowohl in Frankreich als auch in Tschechien und Italien sind Supermärkte mittlerweile gesetzlich dazu verpflichtet, noch genießbare Lebensmittel für wohltätige Zwecke zu spenden. In Deutschland wird dagegen mehr auf Freiwilligkeit gesetzt. Zwar gibt es seit 2019 eine Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, bisher passiert die Vermeidung von Lebensmittelabfällen jedoch auf freiwilliger Basis. In Berlin ist bereits im Jahr 2012 die Initiative foodsharing entstanden, die sich in besonderem Maße gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt und für die Rettung von überproduzierten und ungewollten Lebensmitteln sorgt. Im Jahr 2017 wurde in Berlin der erste „Rettermarkt für Lebensmittel“ namens Sirplus eröffnet, in dem sowohl Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (das ist kein Verfallsdatum) verkauft werden oder solche, die bei der Produktion durchs Raster fallen – sei es, weil deren Form nicht der üblichen entspricht oder weil es bereits Druckstellen gibt. In der bereits genannten Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung wird im Handlungsfeld 2 – Prozessoptimierung in der Wirtschaft – unter anderem von Innovationen gesprochen, die Prozesse hinsichtlich der Abfallreduktion verbessern sollen. Es sollen in allen Gliedern der Lebensmittelversorgungskette Abfälle vermieden werden und dadurch nicht nur Kosten gesenkt, sondern obendrein auch nachhaltiger Ressourceneinsatz erreicht werden.

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