KlimAgrar zieht den Kreis größer – oder enger

In dieser Woche haben wir eine Zahl von Projektnehmern angeschrieben und zur Mitwirkung eingeladen, die ebenfalls über den Projektträger BLE (ptBLE) Fördermittel für ihre Forschungsprojekte aus dem Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beziehen, aber nicht den drei von KlimAgrar begleiteten Förderlinien Boden, Pflanzenbau, Tierhaltung angehören. Mir möchten damit den Blick auf das Themenspektrum der Innovationsmaßnahmen in der Landwirtschaft erweitern, um – auch über die gesetzten Klimaschutzziele hinaus – ein umfassenderes Bild der Forschungsaktivitäten in Deutschland zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Landwirtschaft zeichnen zu können.

Das Echo ist bisher erfeulich positiv. Eine ganze Reihe von Projektnehmern hat spontan Bereitschaft und Interesse signalisert, uns im Rahmen unserer Forschungsbegleitung zu unterstützen und an unseren Aktivitäten teilzunehmen. Wir glauben, dass wir in dieser Hinsicht den Kreis unserer Arbeit entscheidend größer ziehen können und unserem Auftrag, die Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft einzuschätzen, die sich daraus ergebenden Chancen für eine Anpassung an die globale Erwärmung aufzuzeigen und den geforderten Beitrag zum Klimaschutz aus der Landwirtschaft umzusetzen, noch besser gerecht werden können.

Das Ziel der Begleitforschung ist die Vernetzung der Projekte untereinander und die gemeinsame Formulierung von Handlungsempfehlungen aus der Wissenschaft und aus der Praxis für die Politik.

Nach unserer Auftaktveranstaltung in Berlin🕸 im Februar, bei der alle verantwortlichen Teilnehmer aus den Kernprojekten der drei Förderlinien mit uns und den Vertretern der Agrarpolitik zusammengekommen sind und sich und ihr Projektvorhaben vorgestellt haben, erarbeiten wir derzeit gemeinsam mit ihnen das Arbeitsprogramm🕸 unserer Forschungsbegleitung unter dem Leitthema Klimagerechtes Handeln in der Landwirtschaft – welche Aufgabe kommt der Landwirtschaft zu im Spannungsbogen der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde (Planetary Health und Planetary Boundaries – vielleicht müssen wir ja den Kreis in der Tat enger ziehen…; siehe dazu auch den Beitrag Food in the Anthropocene🕸 in unserer Rubrik „Unter 2 Grad“).

W. Steffen, K. Richardson, J. Rockström et al.: Planetary boundaries: Guiding human development on a changing planet. Science 347 (6223), 2015 – ISSN 0036-8075. Quelle: Vier von neun „planetaren Grenzen“ bereits überschritten (© Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Pressemitteilung 16-Jan-2015) – Es gibt auch eine neuere Darstellung, die die Erreichung/Überschreitung der Grenzen mit dem jeweiligen Anteil aus Landwirtschaft und Ernährung verknüpft (T. Meier: Planetary boundaries of agriculture and nutrition – an Anthropocene approach. In: Science Meets Comics. Berlin: Ch. A. Bachmann Verlag, 2017 – ISBN 3-941030-92-2 (PDF)).

Konkret bereiten wir etwa ein Dutzend Arbeitstreffen vor, auf denen wir uns zu den spezifischen Kernthemen unserer Zielsetzung austauschen wollen. Gleichzeitig wollen wir ein Forum für alle Beteiligten schaffen und insbesondere die Landwirte mit einschließen, um den direkten Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen der Forschung am Schreibtisch und im Labor und der Praxis im Gelände, auf dem Feld, im Gewächshaus und im Tierstall möglich zu machen. (Es gibt auch Feldforschung und Schreibtischarbeit auf dem Bauernhof. Bitte sehen Sie mir also diese Gegenüberstellung nach, die wir ja genau aufheben wollen. Es hängt entscheidend von Ihnen ab, wie gut uns dies gelingen wird und wie überzeugend wir dies der Politik vermitteln können werden.)

Wir schaffen das – gemeinsam!

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