DAFA-Fachforum Nutztiere

Konferenz zu Rindern, Schweinen, Geflügel

Im Januar 2011 fasste die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) sogleich den Beschluss, ein Fachforum Nutztiere einzurichten, das bereits gut ein Jahr später eine Strategie zur Forschung in der Nutztierhaltung und deren Entwicklung verabschiedete. Darin wurden auch die Anforderungen an die Forschungsförderung in diesem Sektor formuliert. Sieben Jahre später, im Januar 2019, stellte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dann seine Nutztierstrategie vor für eine zukunftsfähige Tierhaltung in Deutschland. Das Fachforum Nutztiere der DAFA wird darin explizit zur Unterstützung mit einbezogen (siehe Seite 15 dort), doch bleibt die Bundesregierung in ihrem Programm hinsichtlich konkreter Ziele „noch recht vage“ – so fomuliert es die DAFA in ihrer Zwischenbilanz nach sieben Jahren.

Um Wege für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Nutztierhaltung aufzuzeigen, veranstaltete die DAFA nun am 29.–30. Oktober 2019🕸 in Berlin erstmals wieder eine Konferenz ihres Fachforums Nutztiere, an der wir teilgenommen haben. Der Blick richtete sich dabei auf Milchvieh, Mastschweine und Mastgeflügel. Das Ziel ist, die Forschung in der Tierhaltung substantiell zu verbessern und dabei die steigenden Erwartungen der Gesellschaft an die praktizierten Tierhaltungssysteme zu berücksichtigen.

Das Fachforum Nutztiere teilt sich in sechs Fachgruppen zu den drei übergreifenden und den drei nutztierartenbezogenen Themenclustern Gesellschaft, Indikatoren, Ländlicher Raum und Rind, Schwein, Geflügel. Diese haben nach siebenjähriger Arbeit eine kritische Zwischenbilanz vorgelegt, die in der Konferenz auf die drei Nutztier-Cluster konzentriert wurde. Gestützt auf die gemachten Erfahrungen diskutierten die knapp über hundert Teilnehmer in kleinen Gruppen anhand von Leitfragen zur Einschätzung der bisher erzielten Fortschritte, welche Fokussierung und Ausrichtung sich die Forschung künftig geben sollte. Auch wenn der Klimaschutz nicht explizit im Titel der Konferenz stand, war die Anpassung an die globale Erwärmung und die Minderung der Emission von Treibhausgasen (THG) aus den Überlegungen zur weiteren Entwicklung der Nutztierhaltung nicht wegzudenken. Insgesamt wurden die derzeitige Organisation der Forschungslandschaft auf den Prüfstand und neue Anforderungen an kommende Förderprogramme gestellt. Immer wieder kam zur Sprache, dass sich die Forschung in der Vergangenheit zu sehr auf singuläre Probleme konzentriert habe und in Zukunft die Gesamtsysteme in den Fokus gerückt werden müssten. Darüber hinaus herrschte unter den Teilnehmern allgemeiner Konsens, dass die Vernetzung der Forscher untereinander und der offene Austausch von primären Daten und Informationen in Zeiten von Big Data künftig unabdingbar für eine gebündelte und zielgerichtete Forschung sein werden. Auf der anderen Seite ist die Mitwirkung bei der medialen „Übersetzung“ der Ergebnisse aus wissenschaftlicher Arbeit für Politik und Gesellschaft nicht einfach nur zum Nutzen aller, sondern in Zeiten zunehmender Forderung nach Partizipation und Transparenz die Voraussetzung für den Fortbestand einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung unter soziökonomisch geprägten Vorzeichen. Eine Forschungsbegleitung als parallel laufende Instanz kann diesen Transformationsprozess, etwa durch erarbeitete Handlungsempfehlungen, entscheidend verstärken.

Am 23.–24. März 2020🕸 wird die nächste Konferenz des Fachforums Nutztiere der DAFA stattfinden, bei der dann die übergreifenden Themencluster Gesellschaft, Indikatoren und Ländlicher Raum auf der Tagesordnung stehen.